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Wie wir eine Divertikulitis behandeln

Behandlungsverfahren

bei einer Divertikulitis

  • Antibiotika
  • Operation

Die Behandlung der Divertikulitis erfolgt je nach Ausmaß der Entzündung ambulant oder im Krankenhaus. Mit Hilfe von Antibiotika kann die Entzündung oft zuverlässig und zügig zur Ausheilung gebracht werden. Begleitend erfolgt oft vorübergehend eine symptomatische Behandlung mit milden Abführmitteln, ggf. zusätzlich leichten Schmerzmitteln und Reduktionskost. In der Regel lindern sich die Beschwerden bereits nach wenigen Tagen.

Wann muss operiert werden?

In selteneren Fällen nimmt die Divertikulitis einen komplizierten Verlauf. Dies ist dann der Fall, wenn die Divertikel als Folge der Entzündung platzen können. Die Entzündung findet dann Anschluss an die ansonsten sterile Bauchhöhle. Oft wird die Divertikulitis durch anliegendes Fettgewebe abgedeckt (Hansen/Stock Typ IIb). Diese Entzündungsform bedarf in jedem Fall einer operativen Behandlung. Der Zeitpunkt der OP richtet sich danach, ob die Entzündung noch medikamentös zur Ausheilung gebracht werden kann oder ob der Entzündungsherd so „verkapselt“ ist, dass die Antibiotika nicht mehr zu den Erregern vorstoßen können. In einem solchen Fall muss frühzeitig operiert werden.

In sehr seltenen Fällen bricht die Entzündung in die freie Bauchhöhle ein (Hansen/StockIIc). In diesen Fällen ist eine Notoperation unumgänglich. Das betroffene Dickdarmsegment wird entfernt. Aufgrund der akuten und heftigen Entzündung im Bauchraum ist in den meisten Fällen keine Darmnaht (Anastomose) möglich. Das vorgeschaltete Dickdarmsegment wird dann als seitlicher Darmausgang über die linksseitige Bauchdecke ausgeleitet. Etwa 6 Monate später kann der künstliche Darmausgang zurückgelegt werden.

Bei den meisten Fällen, die operativ behandelt werden müssen, handelt es sich um chronische Verläufe mit schubweisen Entzündungen. Diese Operationen gehören in spezialisierten Einrichtungen wie z.B. der Schön Klinik Neustadt zu Standardoperationen und werden laparoskopisch, also in Schlüssellochtechnik, durchgeführt.
Bei dieser OP-Technik wird der Krummdarm, welcher durch die wiederkehrenden Entzündungsschübe narbig verändert ist, aus dem umliegenden Fettgewebe herausgelöst, über Spezialinstrumente abgesetzt und durch einen kleinen Hautschnitt entfernt. Die verbleibenden Dickdarmenden werden über ein rundes Klammernahtgerät miteinander fest verbunden. Ein künstlicher Darmausgang ist bei dieser OP-Technik regelhaft nicht erforderlich.

Tipps vom Experten

Ballaststoffe: Immer wieder wird im medizinischen Alltag auf die Bedeutung von Ballaststoffen hingewiesen und ihre vorbeugende Wirkung, eine Divertikulitis zu verhindern. In aktuellen Studien konnte diese Wirkung jedoch nicht nachgewiesen werden. Der Wert der Ballaststoffe ist somit sehr umstritten. Ballaststoffe sind aus anderen Gründen für unsere Verdauung und unseren Dickdarm wichtig. Ein Beispiel: Die Dickdarmschleimhaut benötigt Abbauprodukte (Butyrat) der Ballasstoffe um sich zu regenerieren.
Während einer akuten Entzündung des Krummdarms sollte auf Ballaststoffe sogar verzichtet werden um eine unnötige Wandspannung in diesem Darmsegment zu vermeiden.

Übrigens: Die Annahme, dass eine Verstopfung ein Risikofaktor für eine Divertikulitis darstellt, hat sich in bisherigen Studien nicht nachweisen lassen.