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Wie wird Stuhlinkontinenz erkannt?


Wird ein Arzt erstmals wegen einer Stuhlinkontinenz aufgesucht, sollte ein ausführliches Gespräch zwischen dem Patienten und dem Arzt in einer vertrauensbildenden Atmosphäre erfolgen. Ob eine Stuhlinkontinenz vorliegt und wenn ja, in welchem Ausmaß, ist meist schnell geklärt. Darüber hinaus sollte in dem Gespräch erörtert werden, inwieweit die Patientin unter den Symptomen leidet. Der „Leidensdruck“ kann von Patient zu Patient sehr schwanken. Um dies zu ergründen, muss nach der Einschränkung im Alltag gefragt werden, nach dem Verzicht von Aktivitäten (Ausflügen, Sport), aber auch nach Einschränkungen beim Geschlechtsverkehr.

Um die sehr unterschiedlichen Lebensbereiche, auf die sich die Stuhlinkontinenz auswirkt, zu erfassen und den Leidensdruck zu objektivieren, wurden standardisierte und evaluierte Fragebögen entwickelt, die dem Arzt helfen, das Ausmaß der Beeinträchtigung zu überblicken. Diese sogenannten Scores sollten dem Patienten jeweils nach dem Abschluss einer Behandlung erneut vorgelegt werden, um durch den Vergleich mit dem Ausgangswert den Behandlungserfolg einer bestimmten Maßnahme abschätzen zu können.

Ergänzend hierzu kommen auch Stuhltagebücher zum Einsatz. Über einem Zeitraum von zwei Wochen notieren die Patienten hier nach einem vorgegebenen und standardisiertem Schema die Häufigkeit von bestimmten Merkmalen, die dann wiederum als Indiz für den Erfolg einer Behandlung herangezogen werden kann.

An das Gespräch knüpft die Untersuchung an und beginnt mit der Inspektion der Perianalhaut bei guter Ausleuchtung der Region. Sichtbare Narben nach Dammschnitt oder -riss sind erste Wegweiser bei der Inspektion, aber auch Hautirritationen, sog. Analekzeme geben erste Hinweise für eine Stuhlinkontinenz. Oft lässt sich die Beckenbodenschwäche schon durch einen merklich abgesenkten Beckenboden erahnen.

Der After wird dann mit dem Untersuchungsfinger ausgetastet. Hierbei können Defekte im Schließmuskel oft schon getastet werden. Auch die Kraft des inneren und äußeren Schließmuskels kann durch den erfahrenen Untersucher meist schon gut abgeschätzt werden.

Weitere apparative Untersuchungen gehören zu der Diagnostik wie:

  • Die Analtonometrie, ein Verfahren, das in begrenztem Maß die Kraft des Schließmuskels objektivieren und aufzeichnen kann.
  • Die Endosonographie, eine Ultraschalluntersuchung, mit der Defekte im Schließmuskel sichtbar gemacht und damit nachgewiesen werden können.
  • Das EMG: Ein Verfahren aus der Neurophysiologie, mit dem die Unversehrtheit von Nerv und Schließmuskel überprüft werden kann.