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Polypen

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Was ist ein „Polyp“?

Polypen sind zunächst gutartige Wucherungen der Dickdarmschleimhaut. Im Laufe der Zeit wachsen sie und die Wahrscheinlichkeit einer Entartung, also die Umwandlung in Darmkrebs, nimmt zu. Polypen sind die häufigste Vorstufe des Darmkrebses.

Darmpolypen können sehr unterschiedlich sein, sie können sehr klein und flach, aber auch mehrere Zentimeter groß sein. Die Polypen können wie ein Pilz in das Innere des Darms hineinragen oder der Darmschleimhaut mit einer breiten Basis aufsitzen. Sie können in allen Abschnitten des Dickdarms vorkommen – meist im Krumm- und Enddarm. Sie können einzeln oder in Gruppen vorkommen.

Wann und wie wird ein Polyp entfernt?

Wird ein Polyp im Dickdarm während der Darmspiegelung entdeckt, kann er in den allermeisten Fällen auch gleich entfernt werden. Da wir davon ausgehen müssen, dass sich aus einem Polypen Darmkrebs entwickeln kann, müssen wir fast immer (bis auf wenige Ausnahmen: sogenannte Hyperplasien) die Polypen konsequent entfernen.

Die Entfernung eines Polypen führen wir mit einer elektrischen Schlinge durch, die um die Basis des Polypen gelegt wird. Beim Zuziehen der Schlinge wird Strom in Hitze umgewandelt (wie bei einem Wasserkocher) und der Polyp durchschnitten. Eine Nachblutung aus der Abtragungsstelle wird durch die gleichzeitige Verschorfung verhindert.

Das Abtragen der Polypen verursacht keine Schmerzen und ist ein sehr sicheres und schonendes Verfahren. Grundsätzlich können auch bei einem gewissenhaft und sorgfältig durchgeführten Abtragen Komplikationen vorkommen. Im schlimmsten Fall kann es zu einem Loch in der Darmwand kommen sodass eine nachfolgende Notoperation erforderlich ist. Glücklicher Weise sind diese Komplikationen sehr selten. Sie werden daher auch in der Literatur sehr unterschiedlich angegeben und schwanken zwischen 1:2.000 und 1:20.000. Von allen bekannten Verfahren zur Entfernung von Polypen ist die Abtragung von Polypen während der Darmspiegelung das sicherste und schonendste Verfahren. Vor allem, wenn es in einer Spezialpraxis erfolgt, in der die Untersucher über eine entsprechende Routine und Erfahrung verfügen.

Was passiert mit dem entfernten Gewebe?

In aller Regel kann das entfernte Gewebe geborgen und zur mikroskopischen Untersuchung eingeschickt werden. Hier arbeiten wir mit dem Pathologischen Institut in Papenburg zusammen, dass sich auf Erkrankungen des Dickdarms spezialisiert hat und über eine große Erfahrung verfügt (s.a. Netzwerkpartner).

Der Polyp wird im pathologischen Institut in hauchdünne Scheiben geschnitten, angefärbt und unter dem Mikroskop näher untersucht. Erst nach der Mikroskopie können wir eine Klassifizierung des Polypen vornehmen, die uns eine Aussage darüber erlaubt, ob nur gutartiges Gewebe vorliegt oder unmittelbare Darmkrebsvorstufen bzw. bösartig veränderte Zellverbände.

Sollten Kontrolluntersuchungen nach einer Polypentfernung erfolgen?

Ja, weil wir davon ausgehen, dass bei den betroffenen Patienten eine Neigung zur Polypenbildung besteht. Mit den Kontrolluntersuchungen wollen wir sicherstellen, dass keine erneuten Polypen an gleicher oder anderer Stelle im Dickdarm gewachsen sind.

Mittlerweile hat die Leitlinienkommission verschiedener medizinischer Fachgesellschaften abgestufte Kontrollintervalle vorgeschlagen. Dabei übernimmt diese Kommission die verdienstvolle Aufgabe, das aktuelle medizinische Wissen aus der weltweit verfügbaren Literatur in klare Handlungsempfehlungen zu übersetzen. Somit können wir als Praxis vor Ort gewährleisten, unseren Patienten nach dem aktuellsten Stand der Wissenschaft die für sie individuell zutreffenden Kontrollintervalle zu empfehlen.

Für die meisten Kontrolluntersuchungen sind 5-Jahres-Abstände ausreichend, bei mehreren Polypen oder auch individuellen Gegebenheiten können 3-Jahres-Intervalle empfohlen werden.

Eine Kontrolluntersuchung bereits nach 1 Jahr ist zu erwägen, wenn der Pathologe unter dem Mikroskop keine sichere Aussage darüber treffen kann, ob ggf. (für das Auge des Untersuchers nicht sichtbare) Polypenanteile verblieben sein könnten.

Wenn einmal ein Polyp gefunden wurde, sollte nach den gegenwärtig gültigen Empfehlungen, alle 5 Jahre eine Darmspiegelung erfolgen. Auch dann, wenn in einer der Kontrolluntersuchungen kein Polyp gefunden wurde.

Patienten, die bei der nächsten Kontrolle das 80. Lebensjahr überschritten haben, empfehlen wir keine weiteren Kontrolluntersuchungen. Wir gehen davon aus, dass selbst im ungünstigsten Fall, wenn also ein Polyp nachwachsen sollte, dieser die Gesundheit und das Leben des Patienten nicht mehr beeinträchtigen wird.